Qualifikationsniveau von Asylantragstellenden 2016

Das Forschungszentrum des Bundesamtes hat die Daten zu den Sozialen Komponenten (sog. “SoKo”-Daten) und der Asylgeschäftsstatistik von volljährigen Asylerstantragsstellenden ausgewertet. Die Kurzanalyse 2/2017 liefert Erkenntnisse über deren Sozialstruktur (Geschlecht, Alter, Familienstand, Muttersprache), die Schulbildung sowie über den zuletzt ausgeübten Beruf im Jahr 2016. Damit aktualisiert sie die Ergebnisse der BAMF-Kurzanalyse 4/2016.

Die achte BAMF-Kurzanalyse zeigt auf, wie die Schulbildung von Befragten in einzelnen Tätigkeitsbereichen ist. Etwa jeder zehnte Asylerstantragsteller im Jahr 2016 hat im Herkunftsland zuletzt im Handwerksbereich gearbeitet. Damit war dies der wichtigste Tätigkeitssektor, gefolgt von Dienstleistungen und Hilfstätigkeiten. Frauen arbeiteten in diesen Bereichen deutlich seltener, dafür stellten lehrende Berufe bei ihnen die häufigste letzte Tätigkeit dar.

Die durchschnittlich höchste Bildung hatten die über 11.000 Antragstellenden, deren zuletzt ausgeübte Tätigkeit in die Kategorie “Lehrende Berufe” fällt. Die niedrigste Bildung hatten Antragsteller, die zuletzt in der Landwirtschaft, als Hilfskraft oder im Baugewerbe tätig waren. Die über 35.000 zuletzt handwerklich tätigen Personen besaßen ebenfalls ein unterdurchschnittliches Bildungsniveau.

Erhebung der Daten

Während der Asylerstantragstellung erhebt das Bundesamt mit Hilfe eines Dolmetschers neben den Stammdaten wie Geschlecht, Alter, Familienstand und Muttersprache auf freiwilliger Basis auch Daten zur Schulbildung und dem zuletzt ausgeübten Beruf. Mehr als 80 Prozent aller volljährigen Asylerstantragstellenden beantworteten im ersten Halbjahr 2016 die Fragen zu ihrer Qualifikation. Obwohl es sich um Selbstauskünfte handelt, für die keine Nachweise erbracht werden müssen, und Schul- und Berufssysteme unterschiedlicher Herkunftsländer sich nur eingeschränkt mit den deutschen vergleichen lassen, geben die “SoKo”-Daten einen ersten Einblick in die Qualifikationsstruktur der Geflüchteten.

Hier finden Sie ein pdf der Analyse.

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